Am sechsten Spieltag der Verbandsliga führte die Reise der SG Grün-Weiß Mehltheuer II zum heimstarken Nerchauer SV 90. Ein Auswärtssieg gehörte angesichts der Qualität der Gastgeber nicht zu den Erwartungen. Die eigenen Ansprüche waren trotzdem klar: von Beginn an angreifen, die direkten Duelle offenhalten und mindestens zwei, möglichst drei Mannschaftspunkte mitnehmen. Dass Nerchau am Ende gleich drei 600er-Ergebnisse aufbot, zeigte deutlich, welche Aufgabe die Grün-Weißen an diesem Nachmittag erwartete.
Im Startpaar bekam es Marco Seitz mit Justin Sauer und damit gleich mit dem Tagesbesten zu tun. Marco nahm die Herausforderung an und lieferte einen ausgesprochen sehenswerten Wettkampf. Mit 148 und 147 Holz auf den ersten beiden Bahnen hielt er gut dagegen, den dritten Satz holte er mit 141:139. Gerade im Abräumen arbeitete er phasenweise präzise wie ein Markenbohrer und brachte es dort auf starke 199 Holz. Am Ende standen hervorragende 573 Holz und damit ein Mehltheuerer Bestwert, den später nur Stefan Krause erreichte. Gegen Sauers 612 Holz blieb ihm zwar der Mannschaftspunkt verwehrt, sein beherzter Auftritt gegen den stärksten Spieler des Tages verdiente dennoch besondere Anerkennung.
Neben ihm musste Max Kuhr deutlich mehr um seinen Rhythmus kämpfen. Zehn Fehlwürfe zeigten, dass vieles mühsamer geriet als gewohnt. In den entscheidenden Momenten fand er jedoch die passende Antwort. Besonders der zweite Satz ging mit 135:134 denkbar knapp an ihn, ehe er nach verlorenem dritten Durchgang mit 147 Holz den Mannschaftspunkt sicherte. Wenn die letzten Würfe entscheiden mussten, blieb er cool wie Eis am Stiel. Mit 544:536 Holz und 3:1 Satzpunkten gegen Thomas Wartig stellte er auf 1:1 nach dem Startpaar.
Im Mittelpaar legte Mannschaftskapitän Stefan Krause einen Auftakt hin, der aufhorchen ließ: 167 Holz, davon 59 im Abräumen. Auch die nächsten beiden Sätze gingen an ihn, sodass sein Mannschaftspunkt gegen Tilo Grüneberger bereits vor der Schlussbahn feststand. Das hohe Anfangsniveau konnte er anschließend nicht ganz halten. Da wäre durchaus noch mehr möglich gewesen. Seine 573 Holz bei 3:1 Satzpunkten gegen 538 blieben trotzdem eine überzeugende Leistung und brachten den zweiten Mehltheuerer Mannschaftspunkt.
René Dietzsch hatte gegen Jörg Zimmermann ebenfalls die Gelegenheit, etwas Zählbares beizusteuern. Nach verlorenem Auftaktsatz meldete er sich mit 144:128 zurück, musste den dritten Durchgang aber wieder abgeben. Für den erhofften dritten Mannschaftspunkt hätte er auf der Schlussbahn noch einmal deutlich zulegen müssen. Stattdessen blieb er dort mit 135:137 knapp unter seinem Gegner. So standen letztlich 536:549 Holz und 1:3 Satzpunkte. Ein ordentliches Ergebnis für diese Bahn, bei dem angesichts der Möglichkeiten im Duell dennoch etwas Enttäuschung blieb. Vor dem Schlusspaar war die Begegnung bei 2:2 Mannschaftspunkten und lediglich neun Holz Rückstand weiterhin eng.
Dann zeigte Nerchau allerdings genau jene Schlussstärke, mit der im Vorfeld zu rechnen gewesen war. Stefan Frauendorf traf auf Steven Sasse, der mit vier gewonnenen Sätzen und 606 Holz keine Gelegenheit zum Zugriff bot. Stefan fand seinerseits nicht zu einem Ergebnis, mit dem er diesen Gegner ernsthaft hätte gefährden können. Er steigerte sich zum Abschluss immerhin auf seine beste Bahn von 140 Holz und beendete den Wettkampf mit 511. Gegen dieses Nerchauer Schlussduo anzukommen, war an diesem Nachmittag ungefähr so aussichtsreich, wie Wackelpudding an die Decke zu nageln.
Matthias Krause lieferte gegen Sebastian Becker einen ausgesprochen souveränen Wettkampf. Als Ersatzspieler aus der dritten Mannschaft eingesprungen, zeigte er einen überzeugenden Auftritt und hielt insbesondere auf der dritten Bahn mit starken 152 Holz und 59 Abräumern dagegen. Dafür belohnte er sich verdient mit einem Satzpunkt. Nach diesem Durchgang hätte man ihm gewünscht, auch die vierte Bahn noch einmal richtig zu erwischen. Die abschließenden 119 Holz verhinderten ein noch besseres Gesamtergebnis, schmälerten den positiven Eindruck seines Einsatzes aber keineswegs. Mit 549 Holz gegen Beckers 605 durfte Matthias sehr zufrieden sein.
Das Spiel endete 2:6 bei 3.286 zu 3.446 Holz.
Mehltheuer II konnte die Niederlage damit vernünftig einordnen. Zwei Mannschaftspunkte entsprachen dem gesetzten Mindestziel und können im weiteren Saisonverlauf noch wertvoll werden. Der mögliche dritte bleibt ein kleiner Ärger, die lange offene Begegnung und Marcos überzeugender Auftritt geben aber ebenso Anlass, Positives mitzunehmen. Dazu kam ein Ersatzspieler, auf den Verlass war: Matthias fügte sich hervorragend ein und machte seine Sache ausgesprochen gut. So blieb nach einem schönen Wettkampf gegen starke Gastgeber keine übertriebene Enttäuschung, sondern eine brauchbare Grundlage für die kommenden Aufgaben.
Am kommenden Sonntag setzt die Mannschaft ihre Auswärtsspielphase in Taucha fort. Man erwartet dort an die guten Ergebnisse der letzten Jahre anknüpfen zu können. |