Am 15. Spieltag der 2. Verbandsliga der Männer führte der Weg für die zweite Mannschaft der SG Grün-Weiß Mehltheuer zum SV Rot-Weiß Treuen. Die Gastgeber rangieren zwar im unteren Drittel der Tabelle, sind auf ihrer Heimbahn aber seit jeher ein unbequemer Gegner. Nach dem starken Heimauftritt zuletzt war also Wachsamkeit statt Übermut gefragt. Und genau das bestätigte sich in der Jahnturnhalle von der ersten Kugel an: Es entwickelte sich eine Partie, die bis zum letzten Wurf auf Messers Schneide stand.
Im Startpaar bekamen es Stefan Kebsch und Gerald Woith mit zwei hartnäckigen Treuenern zu tun. Kebsch lieferte gegen Mike Reinholz ein hochklassiges Duell, gewann zwei Bahnen und schraubte sich auf starke 587 Holz. Doch sein Gegenüber hatte stets die passende Antwort parat, sodass am Ende ein einziges Holz den Ausschlag gab – denkbar bitter für Mehltheuer. Auch Gerald Woith musste sich in einem engen Schlagabtausch knapp geschlagen geben. Mit 575 Holz zeigte er eine ordentliche Leistung, hielt das Duell bis zum Schluss offen, doch Ingo Penzel rettete den Mannschaftspunkt mit 582 Holz auf die Heimseite. Mehltheuer war damit zwar voll in der Partie, stand aber dennoch mit 0:2 Punkten da.
Im Mittelpaar wurde es dann noch dramatischer. Stefan Frauendorf fand nicht wie erhofft in seinen Rhythmus und wurde nach 58 Würfen durch Stefan Krause ersetzt. Der brachte sofort Ruhe und Struktur ins Spiel, stabilisierte den Auftritt und machte aus einer wackligen Begegnung beinahe noch einen Punktgewinn. Doch auch diesmal hatten die Hausherren das berühmte Quäntchen Glück im richtigen Moment auf ihrer Seite. Mit hauchdünnen 543 : 544 Holz ging auch dieser Mannschaftspunkt knapp verloren. Parallel dazu stemmte sich Marco Seitz mit aller Entschlossenheit gegen das drohende Abrutschen der Partie. Gegen Steve Schnurrbusch ließ er von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer an diesem Tag das bessere Gespür für die Bahn hatte. Mit konstanten 554 Holz und einem klaren Vorsprung im direkten Duell sicherte er nicht nur den ersten Mannschaftspunkt für die Grün-Weißen, sondern drehte auch das Holzverhältnis deutlich zugunsten der Gäste.
So war vor dem Schlussdurchgang noch alles möglich. René Dietzsch und Max Kuhr bekamen die Aufgabe, aus der nun vorhandenen Holzführung auch Zählbares mitzunehmen. Dietzsch bestätigte einmal mehr seine Verlässlichkeit im Endspurt. Mit starken 574 Holz ließ er Jens Lindner nur wenig Luft und holte den zweiten Mannschaftspunkt für Mehltheuer. Max Kuhr lieferte sich parallel mit Andreas Wolf ein zähes Ringen, bei dem jeder kleine Fehler sofort bestraft wurde. Kuhr kam auf gute 568 Holz, musste sich jedoch auch in diesem Duell knapp mit 5 Holz geschlagen geben.
Somit steht am Ende ein 4 : 4 bei 3.401 : 3.279 Holz zu Buche.
Es ist eines dieser Unentschieden, bei denen Freude und Ärger eng beieinanderliegen. Den Punkt in Treuen nimmt man angesichts der Schwere der Aufgabe gern mit. Gleichzeitig bleibt das Gefühl, dass hier sogar noch mehr drin war. Holztechnisch war Mehltheuer die deutlich bessere Mannschaft, doch gleich drei Mannschaftspunkte gingen mit insgesamt sieben Holz denkbar knapp verloren. Genau solche Spiele zeigen, wie schmal der Grat in dieser Liga ist.
In der Tabelle ist das Rennen damit endgültig zu einem Krimi geworden. Die ersten drei Mannschaften stehen punktgleich an der Spitze, und selbst der Viertplatzierte liegt nur einen Zähler zurück. Für die zweite Mannschaft der SG Grün-Weiß Mehltheuer ist die Rechnung nun einfach: Die kommenden drei Spiele müssen gewonnen werden. Nur dann hat man den möglichen Aufstieg weiterhin selbst in der Hand.
Weiter geht es am 21.03.2026 mit dem 16. Spieltag. Dann empfängt die Zweite den SV Schönberg auf heimischer Bahn. Dort soll aus dem hart erkämpften Zähler in Treuen der nächste volle Schritt im Aufstiegsrennen werden. |