Nach dem verlegten Auftakt, der erst im November nachgeholt wird, startete die SG Grün-Weiß Mehltheuer II am zweiten Spieltag in der heimischen Anlage Zum Holzfäller endlich in ihr erstes Verbandsliga-Spiel. Der Aufstieg im Vorjahr war schließlich kein Zufallsprodukt. Die Mehltheuerer hatten ihre Klasse durch die Bank dominiert und waren völlig zu Recht in das sächsische Kegeloberhaus befördert wurden. Trotzdem begegnete man dem Hohnstädter SV mit Respekt und einer guten Portion Bescheidenheit. Die Gäste sind eine gestandene Verbandsliga-Mannschaft und wollten nach einer ersten Auswärtsniederlage sicher nicht gleich die nächste hinterherschieben. Für Mehltheuer war es die erste Standortbestimmung gegen einen Gegner auf Augenhöhe.
Rein in die neue Liga und erst einmal abtasten, ganz wie beim Hautarzt. Lange blieb es dabei allerdings nicht, denn die Gäste Robert Böhme und Thomas Neltner brachten sofort ordentlich Qualität auf die Bahn. Marco Seitz hielt gegen Böhme zunächst gut mit und steigerte sich auf den letzten beiden Bahnen noch einmal auf 141 und 142 Holz. Am Ende musste er sich dem tagesbesten Hohnstädter mit 546:604 und 1:3 Satzpunkten geschlagen geben. Max Kuhr zeigte ebenfalls eine starke Partie. Mit zwei 155er-Bahnen, insgesamt 585 Holz und hervorragenden 225 Abräumern lieferte er eine wichtige Leistung ab. Thomas Neltner war mit 594 Holz und 2,5:1,5 Satzpunkten allerdings in den entscheidenden Momenten noch einen Tick besser. Die Hohnstädter führte damit nach dem Startpaar mit 2:0 Mannschaftspunkte und 67 Holz. Der erste Verbandsliga-Nachmittag drohte aus Mehltheuerer Sicht früh in die falsche Richtung zu kippen.
Dann kam Gerald Woith. Und wie. Seine 613 Holz waren wieder einmal ein doppeltes Ausrufezeichen. Besonders stark wurde es auf der Schlussbahn. Dort spielte Woith 182 Holz und räumte dabei 70 Kegel ab. Er holte gegen das Hohnstädter Duo Michael Wolf und Michael Block mit 3:1 Satzpunkten den ersten Mannschaftspunkt für die Grün-Weißen. Michael Wolf war nach Wurf 30 durch Michael Block ersetzt worden, doch Woith ließ sich davon nicht aus dem Takt bringen. Stefan Krause bekam es mit Jörg Böttger zu tun und hielt das Duell mit 151 Holz auf der ersten Bahn sowie insgesamt zwei gewonnenen Satzpunkten lange offen. Beide Spieler kamen auf 2:2 Satzpunkte. Böttger hatte mit 571:561 jedoch die zehn Holz mehr und nahm den Mannschaftspunkt mit. Die Anzeigetafel erzählte zu diesem Zeitpunkt zwei Geschichten. Hohnstädter führte nach Mannschaftspunkten 3:1, Mehltheuer hatte sich beim Gesamtholz aber auf 19 Kegel Vorsprung gearbeitet.
Im Schlusspaar legte René Dietzsch dann performant nach. Gegen Marcel Trinks gewann er alle vier Sätze. Auf seiner dritten Bahn brachte er ganze 171 Holz auf die Anzeige. Am Ende standen überragende 604 Holz und starke 220 Abräumer zu Buche. Der zweite Mannschaftspunkt für Mehltheuer war damit sicher. Hohnstädter führte bei den Einzelduellen nur noch mit 3:2 und die Partie war wieder völlig offen. Nun musste Philipp Becker ran. Der Ersatzspieler aus der dritten Mannschaft bekam mit René Huber die letzte und entscheidende Aufgabe. Die Rechnung schien zunächst nicht aufzugehen, da er bereits auf der ersten Bahn 19 Holz verlor. Von dort an arbeitete er sich Wurf für Wurf an seinen Gegenspeieler heran. Im letzten Durchgang wurde aus dem engen Duell ein echter Nervenkrimi. Mit seinem letzten Wurf holte Becker den Mannschaftspunkt und entschied damit die gesamte Partie. Mit 570:576 Holz bei 2,5:1,5 Satzpunkten hätte das Ergebnis nicht knapper sein können. Aus dem möglichen 4:4 wurde der erste Verbandsliga-Sieg der Mehltheuerer. Die komplette Premiere hing plötzlich an einer einzigen Kugel.
Das Spiel endete 5:3 bei 3.479 zu 3.394 Holz.
Mit diesem grandiosen Einstand holt das Team zwei Tabellenpunkte und steht nach dem zweiten Spieltag trotz des verlegten Auftakts auf Rang vier.
Der Blick auf die Mannschaftspunkte darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, wie geschlossen dieser Sieg war. Marco Seitz, Max Kuhr und Stefan Krause holten zwar keinen Einzel-Mannschaftspunkt, ihre Holzwerte waren aber ein wichtiger Teil der 3.479 Kegel. Ohne jeden einzelnen Kegel aus diesen Duellen wäre der Vorsprung von 85 Holz nicht entstanden.
Nun blicken die Mehltheuerer optimistisch auf das nächste Auswärtsspiel in Leipzig. Der verspätete Start in die neue Liga ist geglückt. Die erste Antwort auf die Frage nach der Verbandsligatauglichkeit ist gegeben. Die nächste gibt es auf fremder Bahn. PDF zum Artikel  |