Zum 14. Spieltag der aktuellen Saison war es an der Zeit für die zweite Mannschaft der SG Grün-Weiß Mehltheuer, die Weichen zu stellen. Nach mehreren unglücklich verlorenen Heimspielen sollte sich zeigen, ob das heutige Spiel zu einem Befreiungsschlag wird oder ob ein noch tieferer Tiefpunkt folgt. Die Gäste hätten namhafter kaum sein können: der VfB Lengenfeld 1908, die derzeitigen Spitzenreiter. Die Mannschaft, die es den Mehltheurern dieses Mal besonders schwer macht. Die Revanche ließ lange auf sich warten, denn in der Hinrunde scheiterte man denkbar knapp bei den Rot-Schwarzen.
Start-Routinier Gerald Woith ging zusammen mit Marco Seitz ans Werk. Gegen Nico Krause und Pascal Wulff standen hier zwei Namen auf dem Papier, die an manch anderen Tagen für nervöses Schwitzen hätten sorgen können. Nicht jedoch bei der Abgeklärtheit der Hausherren. Gerald Woith entfachte ein Feuerwerk wie zum chinesischen Neujahrsfest. Vor allem die 3. Bahn mit 183 Kegeln hatte es in sich. Mit gigantischen 623 : 563 Kegeln sicherte er der Mannschaft den ersten Punkt. Seitz zeigte klare Kante – 3 Sätze, 3 Siege. Mehr bedurfte es nicht. Mit starken 581 : 563 Holz war auch hier das Tagwerk sehr erfolgreich.
Die Besetzung des Mittelpaares brachte keine Überraschungen hervor. Stefan Frauendorf und Stefan Kebsch bekamen den Staffelstab überreicht.
In diesen Begegnungen lagen Sieg und Niederlage meist nur einen Wurf auseinander. Frauendorf stolperte zu Beginn, konnte sich dann jedoch schnell aufrichten und Satz für Satz für sich entscheiden. Auf der letzten Bahn lieferte er sich ein Abräum-Duell, das er mit 6 Holz knapp gewann und sich somit auch den Punkt sicherte. 571 : 565 Holz sind ein weiteres Zeugnis dafür, auf welchem Niveau diese Partie ausgetragen wurde.
Bundesliga-Veteran Stefan Kebsch war erneut „on fire“ wie ein Waldbrand. Er wusste jeden Angriffsversuch des besten Lengenfelders, Karl Paul, zu stoppen. Mit 3 Bahnen über 150 Kegeln zeigte er, wer an diesem Tag die Überhand hatte. Mit dem Durchbrechen der magischen 600 bei überragenden 602 : 596 Kegeln fiel den Hausherren ein dicker Stein vom Herzen.
Mit einem komfortablen Polster und einem fast sicheren Sieg im Hinterkopf war es nun an René Dietzsch und Mannschaftskapitän Stefan Krause, das Gesamtergebnis zu veredeln.
Dietzsch, der seinen Motor auf den ersten 30 Würfen noch schonend warmgefahren hatte, trat das Gaspedal danach komplett durch. Vor allem die mächtigen 218 Abräumer verhalfen ihm zum weiteren Mannschaftspunkt. Mit 595 : 563 Kegeln erkämpfte auch er ein Ergebnis auf keglerischem Topniveau.
Das Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Für Krause war die Partie durchwachsen. Mit zwei starken und zwei schwachen Bahnen reihte er sich dennoch mit 553 : 544 in die Ergebnisse des Teams ein. Das Wichtigste jedoch: Auch er erspielte sich den Mannschaftspunkt.
Somit steht am Ende ein 8 : 0 mit 3.525 : 3.394 Holz zu Buche.
Wenn der Knoten platzt, dann richtig. Die zweite Mannschaft kann nach einiger Denkzeit endlich wieder an die frühen Heimerfolge dieser Saison anknüpfen. Mit einem absolut denkwürdigen Heimsieg – dem ersten zu null –, bei dem der Schnitt der Abräumer über 200 Holz pro Spieler lag und der Tabellenführer eiskalt abserviert wurde, sind alle Hoffnungen auf einen möglichen Aufstieg zurückgekehrt. Mit noch vier zu bewältigenden Spielen, davon zwei auf fremdem Terrain, ist der Ausgang der Saison weiterhin offen. Mehltheuer bildet die Speerspitze der zweiten Verbandsliga, mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem VfB Lengenfeld 1908 und dem Hirschfelder SV. Auch die Absteiger aus Zwickau sind nur vier Punkte von der Führung entfernt.
Nun heißt es, wachsam zu bleiben und die positive Stimmung in das nächste Auswärtsspiel am 14.03. mitzunehmen. Der SV RW Treuen präsentiert sich in dieser Saison mit Platz 8 ungewohnt schwach. Allerdings sind die Hausherren auf der Bahn immer eine Macht. Es bleibt spannend.